Posterous theme by Cory Watilo

Filed under: Spaß mit dem ÖPNV

Das Gnu bittet um Ihre Mithilfe - Update!

Die Bahn baut, und zwar eine S-Bahn zwischen Fürth und Erlangen. Dass dies gewisse Auswirkungen auf den Personennahverkehr hat, ist einigermaßen einleuchtend und insgesamt klappt es doch ganz gut: Ich hab in 2 Wochen erst 2 Züge verpasst, die früher fuhren als gewohnt, und Glück hatte ich letzte Woche, als ich der aufkommenden Streckensperre wegen Signalstörungen mit dem letzten Zug, der bis Fürth fuhr, gerade noch zuvorkommen konnte.

Heut früh rief ich www.bahn.de auf um zu eruieren, welche Abfahrtszeiten gen Erlangen für heute ausgewürfelt wurden gelten. Neben der von mir präferierten Verbindung war ein kleines Achtung-Schild mit folgendem Hinweis eingeblendet:

Im Bahnhof wurde der Bahnbetrieb für Züge der Deutschen Bahn vorübergehend eingestellt.

Selbigen fand ich schon mehrfach in den letzten Tagen an selber Stelle, und dem halbwegs informierten hiesigen Bahnfahrer ist wohl klar, dass es mit den aktuellen Bauarbeiten längs der Strecke zu tun hat.

Nur was will mir der Satz sagen? Mein erster Versuch diesen zu parsen ergab für mich die Essenz "Zug fährt nicht." Gleichzeitig war aber keiner der Züge als Ausfall oder Verspätung gekennzeichnet. Da ich dann doch irgendwann ins Geschäft musste, bin ich auf gut Glück zum Bahnhof geradelt und in einen der bereitstehenden Züge reingehuppt (sofern man das noch 'huppen' nennen kann, wenn es sich um einen der handelsüblichen R-Bahn-Wagen handelt und man ein Radl auffm Buckel hat, Klettertour wäre treffender), der dann auch, mit ein paar verschmerzbaren Minuten Verspätung, bald darauf lostöffelte.

Jedoch scheiterten weitere Versuche, diesem Satz irgendeine für den Bahnkunden nützliche Information zu entlocken. Auch eine Nachfrage bei meinem höchstgeschätzten Bahndidaktiker ergaben keine Lösung.

Aber vielleicht findet sich ja in der geneigten Leserschaft jemand der Übersetzung Mächtiger, der mir die Aussage und die Intention der Meldung erläutern kann. Als Dank nehm ich die-/denjenigen gerne einmal als zweite Person auf meiner Mobi-Card mit.

Update 7.10.2010

Der rätselhafte Satz steht weiterhin allmorgendlich bei der Bahnauskunft nach Fahrten zwischen Fürth und Erlangen. Erstmalig fiel er mir heute auch für die nachmittägliche Rückfahrt auf:

Da wir dem Rätsel noch nicht auf die Spur gekommen sind, schaltete der geschätzte Achates DEN Experten für derartige Nachfragen ein: Den Baustellenbeaufwurften der deutschen Bahn Max der Maulwurf. Dieser reagierte schnell und versprach uns, den Fall zu klären. Bisher gab es noch keine weitere Information, aber das ist vermutlich der Komplexität der Recherchen geschuldet. Wenn sich etwas neues ergibt, so wird dies hier natürlich unverzüglich hier vermeldet.

Das verrückte Labyrinth (Update!)

Wer erinnert sich nicht an diesen Familienspielklassiker: Durch verschieben von einzelnen Spielbrettelementen verwirrt sich der Weg durchs Labyrinth vom geraden Weg zu einer vermäandrierten Zickzacklinie. Vermutlich spielen dies auch die Verkehrsplaner der Erlanger Stadtwerke. Und da das im Kernbereich sehr orthogonale Erlanger Straßennetz geradezu dazu einlädt, haben sie anscheinend das letzte Spielergebnis als Blaupause für die aktuelle Baustellenumleitung verwendet, die wegen der aktuellen Baustelle zwischen dem Erlanger Bahnhof und den Arcaden notwendig wurde. Besonders originell ist dies bei den Linien 286 und 287 gelungen. Highlight ist hier, dass die Umleitung über den exakt gleichen Abschnitt der Henkestraße fährt, dies jedoch in entgegengesetzter Richtung.

Normalzustand:

Baustellenvariante:

P.S.: Danke an seine Lordschaft für die Assoziation mit dem Spiel!

P.P.S.: Die Karten entstammen Openstreetmap und unterliegen der Creative Commons Lizenz by-sa 2.0

Update 09.06.10: Beförderungsbedingungen lesen ist sowas von 80er. Daher wusste ich natürlich nicht, dass ich zu meiner Mobi-Card ja auch immer ein Radl mitnehmen und mich damit von den Eskapaden der Erlanger Stadtwerke unabhängig machen kann. Die Schuld schieb ich mal Herrn G. F. zu, der zwar sonst alles über die Spitzfindigkeiten des VGN-Tarifsystems weiß und mir erzählt, mich diesbezüglich aber in Unkenntnis ließ ;-)

Um Ihre Mithilfe wird gebeten

Eine quälende Ungewissheit nagt an mir: Mit welchem Zug bin ich heute früh von Fürth nach Erlangen gefahren?

  • RB 35848, planmäßig 6:59 ab Fürth mit 30 Minuten angesagter Verspätung
  • RB 35484, planmäßig 7:22 ab Fürth mit 5-10 Minuten angesagter Verspätung
  • RB 35486, planmäßig 7:30 ab Fürth ohne angesagte Verspätung

Besondere Kennzeichen: Der gesuchte Zug hielt gegen 7:30 am Fürther Hauptbahnhof. Im gesuchten Zug waren Heizung und Beleuchtung ausgefallen. Sachdienliche Hinweise können betriebsbedingt nur verspätet bearbeitet werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

The signs they are a-changin'

So eine U-Bahn ist schon eine feine Sache: Man lässt sein Auto stehn' und braucht trotzdem nicht zu gehn'. Wem diese Zeile bekannt vorkommt: Sie entstammt der deutschen Übersetzung dieses Sesamstraßen-Klassikers. Dieses Lied sorgte schon in frühen Kindertagen für eine Assoziation von U-Bahn und Musik: Zwar entschwand dieses Lied aus meinem Bewusstsein auf Grund einer chronischen Abwesenheit von U-Bahnen am nördlichen Rand des Sauerlandes, jedoch bei der ersten Benutzung dieses vortrefflichen Verkehrsmittels hier in Fürth war es wieder präsent und ich summte es immer mal wieder vor mich hin während ich mich gen Arbeit oder Feierabend kreuz und quer durch das Liniennetz kutschieren ließ.

Es dauerte nicht lange und eine neue musikalische Assoziation ergab sich: Zu Stoßzeiten steht man öfter mal ein paar Stationen lang und lässt die Augen schweifen. Und immer wieder blieben sie an diesem kleinen Aufkleber rechts der Tür hängen: Die Verhaltensempfehlungen für den Fall, dass mal irgendwas im Zug nicht so läuft wie es laufen soll. Wenn mal im Wagen das Licht ausfällt, ein Notfall auftritt oder der Zug zwischen zwei Stationen stehenbleibt: Kein Problem, für jeden dieser Fälle gibt es Hinweise in Form eines Frage-Antwort-Dialoges. Als Tribut an die internationalen Touristen und Messebesucher sind diese zweisprachig gehalten: Auf deutsch und auf englisch. Und an diesem englischen Text blieb ich hängen.

Eingeleitet werden die Fragen durch ein einmaliges 'What should i do, if...', fortgesetzt durch die 3 oben genannten Punkte. So weit, so unspannend. Doch eines Tages las ich mir wieder den 1. Punkt durch: 'What should i do, if the lights in the carriage go out? Please wait calmly until the problem is solved. There is no danger.' Und auf einmal fiel mir Woodstock ein: Joe Cocker singt in einem vermutlich bewusstseinserweiterten Zustand 'With a little help from my friends'. Und vor meinem musikalischen Ohr ersetzte ich den Originaltext durch oben genannten Verhaltenshinweis: Zwar sind ein paar musikalische Stauchungen notwendig, aber seit diesem Tag vor vielleicht 7 Jahren erfreute ich mich bei fast jeder U-Bahnfahrt an dieser privaten In-head-Performance des britischen Blues-Sängers.

Bis heute.

Ich fuhr mit der U1 von Fürth in Richtung Plärrer und der Blick fiel wie hunderte male zuvor auf diesen kleinen Aufkleber. Was störte mich? Er war auf der richtigen Höhe angebracht und nach wie vor zweisprachig. Er sah neu aus. OK, dachte ich mir, wechseln sie die ab und an mal aus, was der Sicherheit im Zug nur zuträglich sein kann. Dann erkannte ich es. Der Einleitungssatz. Kein suggestives, sich in des Lesers Gedanken versetzendes 'What should i do if...' mehr. Ein schnödes, hartes, unpersönliches 'What to do, if...' nahm seinen Platz ein. Vielleicht ist es dem Zeitgeist geschuldet und lässt sich besser in einen Hip-Hop-Song inkorporieren. Aber für mich wird es nie mehr so sein wie es war. Vielleicht sollte ich, so lange noch nicht alle Züge auf das neue Bapperl umgestellt sind, ein Foto schießen, welches ich dann im Portemonnaie mit mir herumtrage und zwischen Muggenhof und Bärenschanze feuchtaugig betrachte. Und vielleicht fragt mich dann einer der sicherheitsbewussten Jung-Rapper, ob er mein seliges Blues-Gesumme in seinen neuen Dont-touch-da-yellow-power-rail-Mix samplen darf.

Joe Cocker: Ich werde ewig mein Tages-Ticket Plus mit dir teilen!