22 · 08

Meine Sicht auf die Straßensicht

Wer mit einigermaßen offenen Augen und Ohren durch diese Republik geht, hat in den letzten Wochen natürlich auch vom Start des Google-Dienstes 'Streetview' gehört: Über die bekannten Luftbilder hinaus bietet Google (in einigen Ländern schon länger, in Deutschland bald) Panoramaansichten von Straßen in deutschen Städten (zunächst den 20 größten) an. Dazu fuhren in den letzten Monaten/Jahren Kleinwagen mit putzigen Stativkonstruktionen durch die Straßen, lichteten diese alle paar Meter ab und fügte sie mitsamt der gleichzeitig gesammelten Geokoordinaten zu diesem 2,5-dimensionalen Straßenatlas zusammen.

Nun wurde bekannt, dass dieser Atlas demnächst online gehen wird, die Besitzer/Bewohner jedoch das Recht haben ihre Häuser verpixeln zu lassen: Das Sommerthema war geboren. Zunächst einmal ist es erstaunlich (aber irgendwie auch wieder nicht), dass die Diskussion jetzt so eine Größenordnung bekommen hat: Dass Google diese Bildersammlung erstellt, ist seit langem bekannt, ebenso dass sie diese auch irgendwann veröffentlichen wollen. Nun gut, jetzt reden die Leute darüber, also auch ich.

Technisch ist die Idee reizvoll: Ich kann mir anschauen, wie es um den Buckingham-Palast, im Central Park und auf der Straße des 17. Juni ausschaut. Vielleicht auch, ob das pauschal gebuchte Urlaubshotel auch tatsächlich den Meerblick bieten kann, der mir eine Preiserhöhung von 20% bescherte. Rechtlich ist das Thema auch klar: In Deutschland gilt die Panoramafreiheit, d.h. dass ich knipsen und veröffentlichen darf, was ich vom öffentlichen Raum aus sehe, ohne auf eine Leiter zu klettern.

Nun gibt es Leute, die sich dabei unwohl fühlen, manche auf Grund falscher Vorstellungen von Street-View, viele jedoch, weil sie um Ihre Privatsphäre fürchten. Nun ist so eine indifferente Furcht schwer messbar, jedoch existiert sie zweifelsohne.

Man kann dieser begegnen wie der Berliner Fotograf Jens Best: Man redet etwas verquastes Zeug über 'Verschollene Häuser' in der 'Digitalen Öffentlichkeit', ignoriert den Verpixelungswunsch (und die damit verbundenen Sorgen der Menschen) und kündigt an, alle auf die Art unkenntlich gemachten Objekte selbst zu fotografieren und damit die Lücken in StreetView zu füllen. Nur sollte man sich dann nicht wundern, dass man damit niemanden von seiner Sache überzeugt: Es gibt viele Menschen in Deutschland, die schlichtweg nach wie vor in der analogen Welt, sprich: Der Realität, leben und sich dort pudelwohl fühlen. Die nicht wollen, dass diese, ihre Welt vereinnahmt wird von der digitalen, angeführt von so genannten 'Netzaktivisten', die meinem Empfinden nach häufig einfach als selbstverständlich ansehen was technisch möglich ist, aber keine Konzepte gegen die missbräuchliche Nutzung eben dieser Selbstverständlichkeiten haben.

Man kann der Furcht aber auch konstruktiv begegnen: Vor einiger Zeit war das so genannte 'Zugangserschwernisgesetz' das Thema der deutschen Netzgemeinde: Die damals noch schwarz-rote Koalition in der Person Ursula von der Leyens wollte das BKA ermächtigen, Listen von Webseiten zu führen, auf denen Kinderpornographie dargeboten wird, und die Provider dazu zwingen, den Zugang zu diesen Webseiten zu blockieren. Nun hatte dieses Vorhaben mindestens zwei große Denkfehler: Die Sperre zu umgehen wäre selbst für einen gewitzten 15jährigen, der in der Schule und im Internet einigermaßen gut aufgepasst hat, kein großartiges Problem und das eigentliche Ziel, nämlich die Vertriebskanäle für Kinderpornographie zu blockieren, wäre weit verfehlt worden, da die Produzenten und Vertreiber dieses Materials in den seltensten Fällen das WWW für den Vertrieb nutzen. Es war mir zu dem Zeitpunkt möglich, mehrere ältere Menschen, die mit dem Internet nichts oder kaum etwas am Hut haben, über diese Fehler aufzuklären und sie damit zu überzeugen, dass das Gesetz sinnlos ist. Und dies durch Gespräche und Aufklärung, nicht durch Reduktion auf polemische Schlagworte 'Zensursula' und virtuelles sichlustigmachen über die analoge Gesellschaft, die die Intention gut fanden, jedoch über den Hintergrund weder von den Gesetzesbefürwortern noch -kritikern aufgeklärt wurden.

Kurz und gut: Durch Guerilla-Aktionen, durch hämisches herabschauen auf die 'analoge Welt' wird kein Mensch überzeugt. Gebt euch Mühe, sucht das Gespräch: Ihr werdet feststellen, dass analoge Kommunkation nach wie vor die angenehmste, gehaltvollste und befriedigendste ist.

Achja, meine persönliche Ansicht: Warum wird einem gewinnorientiertem Unternehmen hier ein größeres Vertrauen entgegengebracht als dem Staat? Ausformuliert hat dies Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung:

Stellen wir uns vor, der Staat machte so etwas. Stellen wir uns vor, die CIA führe im Einverständnis mit den deutschen Behörden  und im Zuge des Anti-Terror- Kampfes mit Kameraautos durch die deutschen Straßen, um "Schläfer" aufzuspüren. ... Es käme zu einem Volksaufstand. Im Internet wäre der Teufel los. Das Verfassungsgericht würde mit Klagen bombardiert. Stellen wir uns weiter vor, es würde bekannt, dass im Zuge der optischen Erfassung (die Behörden bezeichnen das als Panne) im Vorbeifahren Daten aus privaten Wlan-Netzen abgesaugt worden sind. Karlsruhe würde dem Spuk mit einer Eilentscheidung ein Ende machen. ... Das Projekt heißt in Wirklichkeit nicht "Hauserfassung", sondern "Street View". Es wird nicht vom Staat, sondern ... vom Internet-Konzern Google verantwortet. Es handelt sich um eine Totalerfassung des öffentlichen Raums zu einem bestimmten Zeitpunkt.... Das Problem der Aufnahmen ist ihr Umfang, ihre Bündelung, globale Verbreitung und Unauslöschlichkeit. Google macht seine Straßenschau nicht für die innere Sicherheit, sondern für kommerzielle Zwecke. Macht das die Datensammelei besser?

Besser kann ich es nicht formulieren.

5 · 08

Unterschätzte Unterlage

Wenn Mensch so über die Merkmale seines elektronsichen Rechenknechts erzählt, so verliert er sich gerne in diverse KiloMegaGigaTera-Bytes an Speicher, die die verschiedenen Komponenten so besitzen: Hauptspeicher, Grafikkarte, Level17-Cache und Festplatte. Nun gut: Hab ich alles und zwar ausreichend. An meinem GnuPad gibt es auch sonst noch ein paar Nettigkeiten, wie den TrackPoint oder die Tastaturbeleuchtung, die ich sehr schätze: Ersteren, weil er die Maus auf Reisen tatsächlich entbehrlich macht, letztere, weil man sie mit geeigneter Software zur Lichtorgel für die auf dem Pad abgespielte Musik machen kann. Wie bereits gesagt: Nettigkeiten, aber auch kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal.

Dann geht es an die Peripherie: Im stationären Betrieb hängt noch eine Maus dran. Hier bevorzuge ich Geräte, die vielleicht ein wenig gegen den allgemeinen Trend, abzulesen an den Zeigegeräteregalen einschlägiger Elektronikhändler, gehen: 2 Knöpfe, ein Rad und so klein und unergonomisch geformt, wie es geht. Das reicht. Aber auch da bin ich leidenschaftslos: Wenn eine über die Pegnitz geht, dann schau ich entweder in meine Grabbelkiste gut abgelagerter Computeraltteile nach einem funktionierenden Ersatz oder greife zum Sonderangebot beim Discounter oder oben genannten Händler.

Eine Kleinigkeit hingegen möchte ich schlichtweg nicht missen: Es ist ca. 22cm mal 18,5cm groß, 5mm dick und macht die Computerei zu Hause angenehm, wenn nicht gar zum Erlebnis: Mein Mauspad.

Zwar sind die heutigen optischen Mäuse prinzipiell für fast jede Oberfläche geeignet, und die, die ich in den letzten Jahren nutzte funktionierten prinzipiell tadellos, egal ob auf dem Kieferfurnier des Küchen-, der Linoleumoberfläche des Schreib- oder dem Tafellack des Wohnzimmertisches: Der Bildschirmpfeil folgte brav der Mausbewegung wie das Gnu dem vor die Nase gehaltenen Grasbündels. Jedoch ist es einfach kein schönes Mausschubsen: Es ist immer so etwas kratzig-schabendes Gefühl dabei, vor allem auf dem Linoleum und dem Tafellack, welches irgendwie an Robert Shaw in seinem ersten Auftritt in 'Der weiße Hai' erinnert. Um all dies zu vermeiden, nutze ich eben ein Mauspad. Aber nicht irgendeins. Ich habe viele ausprobiert: Dicke, dünne, mit Schaumstoff-, Textil- oder Kunstlederoberfläche, glatt, riffelig, ohne und mit orthopädisch-ergonomischer Handauflage... Was einem halt so vor die Hufe kam. Nichts davon gab das richtig gute Mausflutschgefühl. Ein weiteres Ärgernis war, dass die Pads nie an der Stelle blieben, wo sie hingelegt wurden. Der im allgemeinen genutzte Schaumstoff für die Unterlage hat einfach einen zu geringen Reibungskoeffizienten. Ich war also mit der Gesamtsituation unzufrieden...

...bis mir vor ca. 10 Jahren das perfekte Mauspad unterkam. Die Firma Sun Microsystems lieferte bis dahin mit ihren Workstations optische Mäuse aus, die ein spezielles metallenes Mauspad mit einem aufgedruckten Linienraster benötigten. Dies wurde der Firma wohl zu teuer und legte also jedem neu ausgelieferten Desktop-Rechner eine konventionelle mechanische Maus inklusive Mauspad bei. Und dieses war genau das richtige: Ein Nylongewebe als Oberfläche, welches die Maus ohne ernsthaften Aufwand gleiten lies, diese aber auch an der Stelle stoppte, an der man den Mausschubsdruck auf 0 reduzierte. Eine Zwischenschicht aus feinporigem, stabilen Schaumstoff, welche den exakt richtigen Kompromiss zwischen präzisionsfördernder Härte und handschmeichelnder Weichheit traf. Eine gummierte Unterseite, die das Pad unerbittlich an der Stelle hielt, an der man es hingelegt hat. Einfach perfekt.

Da diese Erstbegegnung bei einem Rechner meines damaligen Auftraggebers stattfand, konnte ich zunächst nur im Büro dieses Pointingdevicegefühl erleben. Doch schon recht bald danach sah ich genau so ein Mauspad auf dem Trempelmarkt in Nürnberg: Gesehen, gekauft, genossen.

Jahrelang war es in Bentzung, und wie es bei textilen Oberflächen nun mal so ist, wird diese auf Dauer schmodderig von all den Dingen, die man an den Händen hat: Hier mal eine umgeschmissene Kaffeetasse, ein paar Krümel, etwas Zigarettenasche. Und darunter litt auch das Mausschubsgefühl: Die Oberfläche wurde rutschig und das satte Sun-Blau vergraute.

Nun, hab ich mir gedacht, es wäre doch verwunderlich, wenn dieses perfekte Accessoire nicht auch waschbar wäre. Also landete es bei nächster Gelegenheit mit Socken, Hemden und T-Shirts in der Waschmaschine und siehe da: Leuchtendes Blau! Perfekte Mausgleiteigenschaften! Wunderbar!

Ein Problem gab es jedoch: Da sich beim waschen die dicke Schaumstoffschicht mit Wasser vollsog und auch durchs Schleudern nicht in befriedigendem Umfang trocknete, dauerte es îmmer mehr als 1 Tag, bis es wieder einsatzbereit war. In der Zwischenzeit musste ich wieder über schubbelige Oberflächen mausschaben.

Und es war wieder ein Flohmarkt, diesmal die heimische Graffl-Ausgabe, der mir ein zweites Exemplar verschaffte. Und seitdem ist das Glück perfekt: Wenn das benutzte Mauspad langsam schmoddrig wird, so liegt immer ein frischgewaschenes parat, welches nahtlos in Dienst gehen kann, während das 'alte' einfach auf die nächste Fuhre Wäsche wartet. Zwar sind im Laufe von nunmehr 8 Jahren der Benutzung ein paar Flecken entstanden, die einfach nicht mehr rausgehen und auch ein Brandloch einer Zigarette, aber nach wie vor ist das Mausschubsen für mich ein taktiles Vergnügen: Danke, Sun!

 

 

16 · 07

Currywurstessanleitung für Begriffsstutzige

"Dort Mund!"

"Da Essen!"

"Hamm!"

Update (Danke Smial!):

"Runnaschlucken!"

6 · 07

Ohne Hackfleis kein Hackpreis

...und das Hackfleis ist vom Saupreiß

5 · 07

Erleuchtung aus der Ferne

Zu Tucholskys Zeiten war noch alles in Ordnung, was das ordnungsgemäße Er- und Heimleuchten in deutschen Ballungsräumen angeht. Zwar bürokratisch, aber menschlich:

... Der Trupp der Laternenanzünder setzt sich gewöhnlich aus drei Männern zusammen: dem Chef-Laternenanzünder, seinem Adjutanten und dem Hilfs-Laternenanzünder.

Der Chef-Laternenanzünder hat die Leitung der Abteilung. Er trägt die Verantwortung sowie eine lange Stange und bestimmt, welche Laternen zu entzünden sind. Nachdem er mit dem Lichtmesser in der Hand die Lichtstärke der betreffenden Straße ›ausgeleuchtet‹ hat, wie der Fachausdruck heißt, setzt er seine Mannschaft an. Das geschieht folgendermaßen: Hält der Chef die Zeit für angemessen, so nähert sich der Trupp der Laterne, der Chef gibt erst den sogenannten ›Vorbefehl‹: »Achtung!«, der Adjutant nimmt die lange Stange in die Hand und wartet. Der Chef befiehlt: »Anleuchten!« und der Adjutant reißt oben an der Laterne den Hebel mit sachkundigem Griff herum. Während dieser Zeit hat der Hilfs-Laternenanzünder ständig seine Geräte in Bereitschaft zu halten, denn dem Hilfs-Laternenanzünder untersteht der technische Dienst; er ist es, der die Geräte beaufsichtigt: Hammer, Zange, Bohrer, Kabel, Ersatzkohlen – alles das hat er unter sich. ...

Ein Chef und ein paar Mitarbeiter bilden ein Team, welches kontrolliert, aber offensiv der Dunkelheit in der Stadt den Garaus macht. Ja, vielleicht sind diese Laternenanzünder das große Vorbild für den Teamgeist, mit dem die junge deutsche Mannschaft, angeleitet vom Chef-Laternenanzünder Löw, bei der Fußball-Weltmeisterschaft spektakulär von Sieg zu Sieg eilt. Jedoch droht Unheil am östlichen Horizont, denn in Nürnberg wird augenscheinlich kein Wert mehr auf diese alte Kunst gelegt. Vielmehr wird, laut Nürnberger Nachrichten, dort diese ehrenvolle, Generationen inspirierende Tätigkeit mittlerweile nicht nur vom Computer durchgeführt: Die Entscheidung, dass es hier dunkel genug für das Anschalten der Straßenbeleuchtung ist, wird, auf Basis einiger lokaler Messwerte, im nicht nur nicht-fränkischen, sondern gar nicht-bayrischen Frankfurt getroffen und dann via Telefon in die einzelnen Laternen gefunkt. Technisch höchst interessant, aber es fehlt der menschliche Faktor dabei.

Hoffen wir also, dass auch in Zukunft Schweinsteigers Erben selbst entscheiden dürfen, ob sie lieber rechts oder links an der himmelblau-weißen Dribbelstange vorbeigehen.

28 · 06

Fußballsprüche im Logikcheck, pt. 1

Gestern war es wieder soweit: Während des fantastischen Wetters setzte ich mich, wie die anderen abermillionen Co-Bundestrainer auch, in eine Gastronomie mit Draußenbestuhlung und televisueller Übertragung des Spiels Deutschland vs. England. Und nach dem englischen Tor zum 2:1 kam wieder der Satz, der mich schon seit Jahren verfolgt:

"Wenn der Torhüter rausläuft, muss er ihn haben!"

Ich hab den Satz noch nie verstanden: Da das einleitende 'wenn' dem Torhüter ja scheinbar noch eine Wahl lässt, sollte er einfach niemals rausgehen. Denn logisch lässt sich der Satz ergänzen entweder zu:

"Wenn der Torhüter rausläuft, dann muss er ihn haben, wenn er stehenbleibt auch."

oder zu

"Wenn der Torhüter rausläuft, dann muss er ihn haben, wenn er stehenbleibt darf er ihn durchlassen."

Im ersten Fall kürzt sich der ganze Satz zu "Er muss ihn haben". Dann aber ist der Torhüter immer an jedem Tor schuld und man kann sich Debatten über Raum- vs. Manndeckung schlichtweg sparen. Im zweiten Fall wäre ich der weltbeste Torhüter, denn ich würde mich einfach bei Anpfiff faul an einen Torpfosten lehnen, einen Kasten Bier isotonisches und fürchterlich gesundes Sportgetränk in Griffweite, und mich der Lektüre eines guten Buches widmen. Zum Seitenwechsel trabte ich zügig zum gegenüberliegenden Tor, um ja nicht im Falle eines überraschenden Wiederanpfiffes als 'herausgelaufener Torwart' bezeichnet zu werden und somit wieder Schuld zu sein an den fallenden Toren. Dort angekommen, verbringe ich dann die nächste Halbzeit, um mich nach 90 Minuten (+ Nachspielzeit) zu erheben und besten Gewissens den Feierabend einzuläuten. Denn selbst nach einem 0:17 kann es ja nicht am Torhüter gelegen haben.

 

24 · 06

Packend

Fußball muss man nicht mögen, noch nicht mal während einer Weltmeisterschaft. Und Leute, die Fußball nicht mögen, schauen sich sehr wahrscheinlich derzeit keines der täglich nachmittags übertragenen Fußballspiele an und umdribbeln bei der Zeitungslektüre am Morgen den Sportteil weiträumig, ebenso die entsprechenden Rubriken auf den einschlägigen Nachrichtenportalen. Verständlich.

Heute gab es das Spiel Slowakei gegen Italien. Ich konnte die letzten 20 Minuten des Spiels nach der Heimfahrt von der Arbeit im italienischen Restaurant an den Fürther Freiheit miterleben: Spannend, spektakulär, aufregend. Und eine gute Stunde später las ich auf www.sueddeutsche.de den dazugehörenden Bericht: Eine echte Perle, deren Schlussphase ich hier einfach mal ungekürzt quasi live-on-blog wiedergeben möchte. Wie klinken uns beim Stand von 1:0 in die Reportage ein:

... Und auf ging's in die bisher kurioseste und spannendste zweite Halbzeit der WM.

Erst vier Tore später sollte feststehen, dass Italien gescheitert ist, am Ende gab es Schreie von den Rängen. Als Robert Vittek in der 73. Minute das 2:0 erzielte, schien die Partie gelaufen zu sein, doch die Italiener, die zuvor die Halbzeit dominiert hatten, schüttelten nun alle Angst aus dem Körper. Sie griffen an, sie warfen alles nach vorn, und was ist das für ein Spektakel, wenn eine italienische Mannschaft angreifen muss. Antonio Di Natale besorgte den Anschlusstreffer, und hatte Quagliarella nicht in der 85. Minute das reguläre Ausgleichstor erzielt? Der Linienrichter jedenfalls gab abseits.

Kamil Kopuneks 3:1 (89.) folgte Quagliarellas Traumtor aus 20 Metern (90.+2), der erneute Anschlusstreffer, die Italiener gaben nicht auf. Bis zur letzten Sekunde der lang und länger werdenden Nachspielzeit rannten sie, rackerten sie, dann beendete Schiedsrichter Howard Webb die Partie mit einem Pfiff, und Italien erstarrte.

17 · 06

Schau mal einer an, schon wieder der Murphy

  1. Morgens aufgestanden
  2. Mit dem Radl gen Bahnhof gefahren
  3. Mit dem RE gen Erlangen gefahren
  4. Mit den Hufen gen Arbeitsplatz getrabt
  5. gearbeitet
  6. Mit den Hufen gen Bahnhof getrabt
  7. Mit dem RE gen Fürth gefahren
  8. Mit dem Radl... Hey, wo ist mein Schlüsselbund? Und mein Mobile? Und meine Jacke?
  9. Mit dem RE wieder gen Erlangen gefahren
  10. Mit dem Taxi gen Büro gefahren (ja, ich weiß: dekadent)
  11. Festgestellt, dass die Kollegen nicht mehr im Büro sind und letzteres daher abgeschlossen ist
  12. Zur Pförtnerin gegangen und Bescheid gesagt
  13. Gewartet, bis von Pförtnerin gerufener Mann mit den Schlüsseln kommt
  14. Mit diesem zum Büro gegangen, Jacke mit vermissten Gegenständen geholt
  15. Mit dem Taxi zurück zum Bahnhof gefahren
  16. Zum Zug gehetzt, gerade noch erwischt
  17. Mit RE nach Fürth gefahren
  18. Mit dem Radl heimgefahren

Den Teil zwischen 7 und 18 hätt ich mir gern gespart.

15 · 06

n+1ter Spieltag

Falls jemand in den letzten Tagen hier vorbeigeschaut hat, um, wie angedeutet, weitere musikalische Fußballspiele zu sehen: Ich hab irgendwie über das Wochenende keine Zeit und keine Lust gehabt. Nun hab ich derzeit auch ein wenig was um die Ohren, so dass ich auf absehbare Zeit nicht dazu kommen werde, die Seite zu aktualisieren. Dennoch viel Spaß beim Lesen und Fußball schauen.

11 · 06

1. Spieltag

Die Fußball-WM geht los. Welch willkommener Anlass an Hand der Spiele eine Reise durch die Musikwelt zu machen. Heute spielen Südafrika gegen Mexico und Frankreich gegen Uruguay.

Für Südafrika läuft auf der begnadete Hugh Masekela, für Mexico Carlos Santana.

Hören wir mal rein:


Dies ist natürlich ein Spiel auf sehr hohem Niveau. Ich sag also mal 3:3.

Wenden wir uns nun also dem anderen Spiel zu:

Die reizende Emilie Simon trifft auf den Geheimtipp El cuarteto aus Montevideo.


aa

Hier sehe ich leichte Vorteile für die spielerisch starke Französin (welche auch irgendwie an den legendären Mittelstürmer Iggy Pop erinnert) gegenüber dem etwas zu bedächtigen Vortrag der Urus: 2:0.

Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn u.A. WM-Favorit Argentinien ins Turnier eingreift.

Über mich

Magnus bloggt, was ihm so gerade vor die Hufe kommt

Was es hier sonst noch gibt...